Vorstufe
Alter 0-Jährig bis ca. 5 Monate
Bevor Lautäusserungen stattfinden, schreit das Neugeborene. Dies ist der Beginn der Kommunikation. Neugeborene schreien, um sich mitteilen zu können.
Ab sechs bis acht Wochen setzen dann andere Lautäusserungen ein.
In dieser ersten Lallphase produziert der Säugling lange Melodien aus Vokalen, wie «aahh» und «oohh». Bald darauf lernt der Säugling auch «g» und «ng». Das Einsetzen von Konsonanten wie «b», «d», «m» und «n» bilden sich schnell nach den Vokalen.
Lallmonologe / zweite Lallphase,
Alter 5 Monate bis ca. 1-jährig
Mit der Kombination von Konsonanten und Vokalen, beginnt die Lallmonologe. Lallmonologe sind Ketten aus einfachen Silben wie «ba – ba – ba». Säuglinge hören sich selbst dabei zu, entwickeln Freude daran und sprechen diese Ketten immer wieder aus. In der Fachsprache wird dieser Vorgang «Selbstnachahmung» genannt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil in dieser Phase ist die «Fremdnachahmung». Durch die Interaktion der Bezugsperson auf die Lallmonologen des Säuglings, wird die Bedeutung der Kommunikation für Säuglinge erkennbar.
Einwortsätze
Alter ca. 1-Jährig bis 1-Jährig und 6-monatig
Die ersten Worte können Kleinkinder meist gegen Ende des ersten Lebensjahres sprechen. Häufig sind es Worte, welche aus der Aneinanderreihung von Silben entstehen, wie beispielsweise «ma-ma» «pa-pa». Kleinkinder setzen in dieser Phase ein Wort für einen ganzen Satz ein. Die Einwortsätze bilden den eine wichtige Bedeutung in dieser Sprachphase.
Zwei- und Mehrwortsätze
Alter ca. 1,6 Jährig bis 2-jährig
In dieser Phase wird die Sprache durch Fragenstellungen gefördert. Kleinkinder benutzen nun auch andere Wortformen wie Zeitwörter, Adjektive und Verben. In dieser Phase beziehen sie sich in ihren sprachlichen Äusserungen bereits auf vergangene Situationen. Dabei
benutzen sie die grammatikalischen Regeln noch nicht.
Auf- und Ausbau der Grammatik
Alter ca. 2-jährig bis 3-jährig
Die Kinder machen im dritten Lebensjahr grosse Fortschritte im Bereich der Grammatik. In der ersten Hälfte des dritten Lebensjahres probieren Kinder die grammatikalischen Regeln noch aus, wie dieses Beispiel zeigt: «hoch-höher» oder «gut-güter». In der zweiten Hälfte
des dritten Lebensjahres kann das Kind bereits einfache Sätze korrekt bilden.
Festigung
Alter ca. 2-jährig bis 4-jährig
Die Kinder in diesem Alter festigen ihre Sprache, indem sie viele Warum-Fragen stellen. Dies Phase wird auch als das zweites Fragealter benannt. Zunehmend können die Kinder komplexere Sätze mit Haupt- und Nebensatz korrekt bilden.
Vollständige Beherrschung
Alter ca. 4-jährig bis 5-jährig
Bis zum vollendeten fünften Lebensjahr beherrschen Kinder ihre Muttersprache. Sie können Zeitformen anwenden und komplizierte Sätze bilden. Die Kinder können jetzt auch gedachte Inhalte ausdrücken, wie beispielsweise eine Geschichte nacherzählen. Die sprachlichen Grundbausteine sind für den Kindergarteneintritt bzw. Schuleintritt gelegt.
Wenn Menschen eine Sprache lernen, dann lernen sie diese in vier Teile:
→ Phonologie: Laute einer Sprache erkennen und produzieren
→ Semantik: Die Bedeutung der Wörter kennen
→ Syntax: Wörter in einem Satz anordnen
→ Morphologie: Kleinste Teile innerhalb der Sprache kennen und anwenden